Logo Dr. Kristin Endres MSc Zahnarzt Darmstadt

CMD-cranio-mandibuläre-Dysfunktion

CMD- cranio-mandibuläre-Dysfunktion

Es handelt sich um ein Symptomenkomplex:

Die craniomandibul√§re Dysfunktion (Synonyme: Myoarthopathie des stomatognathen Systems; Costen-Syndrom) ist eine Erkrankung, die sich aus einem Symptomenkomplex zusammensetzt, der als deutliches Zivilisationsproblem angesehen werden kann. Es gibt in der traditionellen Medizin keine √úberlieferungen, die diesen Symptomkomplex in seiner Zusammensetzung beschreiben oder therapeutisch ad√§quat beherrschen. Sicher gibt es eine Reihe von √ľberlieferten Verfahren, die jeweils die einzelnen Symptome entsprechend symptomatisch verbessern k√∂nne, ohne jedoch urs√§chlich einzugreifen. Vielleicht erkl√§rt sich daraus die therapeutische Ohnmacht, mit der vielerorts der CMD begegnet wird.

Erstbeschreibung bereits in den 30er Jahren:

Die Beschreibung des Erkrankungsbildes geht auf den HNO-Arzt Costen zur√ľck und stammt aus den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts.

Kann unterschiedliche Strukturen betreffen:

Von einer craniomandibulären Dysfunktion können unterschiedliche Strukturen im zahnärztlichen Bereich betroffen sein.

  • arthrogene Formen: hierzu geh√∂ren z.B. die Verlagerung des Discus articularis oder die Arthosis deformans der Kiefergelenke sowie Ver√§nderungen in deren Kapselstrukturen (verschiedene Formen der Kapsulitis, Kompressions- oder Distraktionsgelenke) Als Symptome treten h√§ufig Reiben und/oder Knacken in den Kiefergelenken, Kieferklemme, Kiefergelenk-schmerzen, aber auch Ohrenschmerzen und Tinnitus auf.
  • myogene Formen: In dieser Gruppe finden sich schmerzhafte Verspannungen im Bereich der Kau- und Kauhilfsmuskulatur auch mit Mund√∂ffnungseinschr√§nkungen die teilweise getriggerte Schmerzen in anderen Regionen des K√∂rpers oder massiven Spannungskopfschmerz ausl√∂sen k√∂nnen. Eine psychogene Komponente in dieser Gruppe ist nicht selten.
  • Okklusogene Formen: Es finden sich durch Vorkontakte verursachte Bisslageabweichungen, Zwangsbisslagen oder atypische Parodontopathien. Diese k√∂nnen ihre Ursache in der fehlerhaften Anfertigung von Zahnersatz oder F√ľllungen, in einer nicht kiefergelenkorientierten kieferorthop√§dischen Behandlung oder in wachstumsbedingten Dysbalancen haben. Auch durch Unf√§lle hervorgerufene Abweichungen in der K√∂rperstatik (Beckenschiefstand, HWS-Blockierungen) k√∂nnen sekund√§r zur Entstehung von Vorkontakten an einzelnen Z√§hnen oder Zahngruppen f√ľhren. Schlifffacetten, multiple kariesfreie Zahnhalsdefekte oder einzelne Gingivarezessionen im sonst parodontal unauff√§lligem Gebiss werden oft beobachtet.
  • Mischformen: Arthrogene, myogene und okklusogene Formen der CMD bedingen sich oft gegenseitig

Ziel einer Therapie ist immer die zentrische Position der Kiefergelenke.

Die Therapie des stomatognathen Teils einer CMD f√ľhrt nahezu immer √ľber eine Schienentherapie zur Einstellung der neuromuskul√§ren Zentrallage der Mandibula.

Ist diese Position erreicht wird der Kieferorthop√§de den orthodontischen Ausgleich der Bisslageabweichung herbeif√ľhren. Imponieren viele erneuerungsbed√ľrftige Kronen oder gro√üe F√ľllungen, wird der Ausgleich zahn√§rztlich-prothetisch durchgef√ľhrt. Eine Kombination beider Vorgehensweisen ist dann notwendig, wenn die Abweichungen sehr gro√ü sind, da in diesem Fall weder der Kieferorthop√§de noch der Prothetiker allein in der Lage ist, den dentalen Ausgleich zu gew√§hrleisten. In extremen dysgnathen F√§llen ist ein kieferchirurgischer Eingriff in Form einer Dysgnathieoperation notwendig, um vor der orhtodontischen und / oder zahn√§rztlich-prothetischen Rehabilitation eine Voreinstellung der Kieferbasen durchzuf√ľhren.