Logo Dr. Kristin Endres MSc Zahnarzt Darmstadt

FAQ

Gel statt Bohrer, oder anders gefragt: Ist das Problem Karies "lösbar“?

Diese Frage bewegt viele Patienten und somit auch uns Zahnärzte. Denn nach einer neuen Untersuchung der Universität Mainz haben -trotz allen medizinischen und technischen Fortschritts- immer noch viele Menschen Angst vor der Behandlung auf dem Zahnarztstuhl. Die Spitzenplätze dieser vermeintlichen "Bedrohungsskala“ belegen:

"Vibration des Bohrers spüren“ 33 Prozent
"Bohrer hören“ 31 Prozent
"Betäubungsspritze sehen“ 28 Prozent
"Bohrer sehen“ 24 Prozent

Durch spektakulär aufgemachte Meldungen in allen Medien wurden daher große Hoffnungen auf eine neue Behandlungsmethode geweckt, bei der auf das herkömmliche "Bohren“ verzichtet werden kann: Das sogenannte "Carisolv(TM)“-Gelsystem.

Wie funktioniert das Verfahren?
Unter dem Namen "Carisolv(TM)“ wurde im Jahr 1998 ein neues Produkt zur Kariesentfernung auf den Markt gebracht. Es handelt sich um ein Gel, das vorher in klinischen Tests an drei schwedischen Hochschulen untersucht wurde. Eine internationale klinische Studie zur "Carisolv(TM)“-Behandlung speziell bei Kindern wird nach Auskunft des Herstellers gerade durchgeführt.

Chemisch gesehen besteht die Substanz aus drei Aminosäuren (also Eiweißbestandteilen) undNatriumhypochlorit. Das zunächst farblose Gel wird in die von Karies befallene Stelle, das "Loch im Zahn“ eingebracht. Nach ca. 30 Sekunden kann das durch eine chemische Reaktion farbig sichtbar gemachte kariöse Zahnbein mit Spezial-Handinstrumenten -also ohne zu Bohren- entfernt werden. Der Vorgang wird so oft wiederholt, bis keine Eintrübung des Gels nach erneutem Auftragen mehr erfolgt. Die Säuberung des Zahnes ist bei genauer Beachtung der Arbeitshinweise fast vollständig schmerzfrei durchzuführen: Bereits abgestorbenes oder mit Karieskeimen infiziertes Zahnbein wird durch rührende (rotierende) oder reibende Bewegungen Schicht für Schicht mit den speziell dafür entwickelten Instrumenten entfernt. Anschließend erfolgt die Weiterversorgung des Zahnes (z.B. mit einer Füllung) wie gehabt.

Zu beachten ist jedoch folgendes:

  • In den meisten Fällen ist der Zugang zur Karies erschwert, und es müssen sowohl Zahnschmelz als auch das darunterliegende Zahnbein zunächst -wie bisher- mit einem Bohrer entfernt werden (ggf. mit Betäubung).
  • Das Verfahren kann also als Ergänzung der zahnärztlichen Behandlungsmöglichkeiten (z.B.: "sanfter Behandlungseinstieg“ bei Kindern oder besonders ängstlichen Patienten) angesehen werden.
  • Der Zeitaufwand des neuen Verfahrens ist erheblich größer als bei den bisher üblichen Methoden der Kariesentfernung.
  • Die „Karies-Gelbehandlung“ wird von keiner Krankenkasse bezahlt, sondern ist eine reine Privatbehandlung.

Dr.Dirk Erdmann für den Ausschuß Öffentlichkeitsarbeit der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Nordrhein, 01.01.1999

Kronen und Füllungen aus Keramik werden mit Klebern auf Kunststoffbasis in den Zähnen im Mund verklebt. Sind diese Dental Kleber giftig?

"Alle Dinge sind Gift und nichts ohne Gift, allein die Dosis macht, daß ein Ding kein Gift ist.

Paracelsus (1493-1541)

Leider wird in vielen Berichten zu Toxizitätsfragen völlig außer acht gelassen, daß jede Substanz toxisch ist, wenn sie in genügend hoher Konzentration auftritt. Der fundamentale Satz, den Paracelsus im 16. Jhd. prägte, hat nichts von seiner Gültigkeit verloren
 
Stellungnahme der Vivadent Dental GmbH zur Thematik "Östrogene aus Komposits"

In den letzten Wochen und Monaten wurde in der Tagespresse immer wieder in sehr unsachlicher Weise, die stark an die Amalgamdiskussion erinnert, über angebliche Gesundheitsgefährdungen durch Zahnfüllungsmaterialien auf Kompositbasis berichtet

Schlagzeilen wie "Gefahr aus der Plastikplombe: Forscher wiesen Östrogene nach" oder "Krebsgefahr durch Kunststoffe im Zahn" haben Patienten und Zahnärzte sehr stark verunsichert.

Bei der täglichen Informationsflut über gefährliche Stoffe in Luft, Wasser, Boden, in der Nahrung und der Kleidung, in Arzneimitteln oder auch in Zahnfüllungsmaterialien ist es für den einzelnen sehr schwer nachvollziehbar, ob und wann durch bestimmte Einflüsse und Stoffe eine Gesundheitsgefährdung möglich ist.

Über die tatsächliche Toxizität einer Verbindung entscheidet also u.a. die auftretende Konzentration und in starkem Maße auch die Toxikokinetik mit ihren Teilprozessen Invasion (Resorption und Verteilung) und Evasion (Biotransformation und Ausscheidung).

Moderne Analysemethoden ermöglichen es heute, Stoffkonzentrationen bis in den Nanogrammbereich zu ermitteln. Der pauschale Schluß allein von der Nachweisbarkeit einer Verbindung in geringsten Konzentrationen z.B. in der Nahrung, in Zahnfüllungsmaterialien... auf ihre physiologische Wirkung ist aufgrund o.g. Aussagen nicht möglich.

Prinzipiell ist zu den Befürchtungen, durch Komposits Gesundheitsschäden zu erleiden, aus Sicht der Vivadent Dental GmbH folgendes zu sagen:

Generell werden alle Vivadent-Materialien vor ihrem klinischen Einsatz sehr strengen toxikologischen Prüfungen gemäß EN 30993-1 unterzogen. Dabei handelt es sich u.a. um Tests auf Zytotoxizität, Sensibilisierung, subchronische Toxizität und Mutagenität. Diesen Untersuchungen schließen sich klinisch kontrollierte Prüfungen nach EN 540 unter Überwachung durch eine Ethikkommission an. Erst nachdem all diese Daten vorliegen und den Produkten toxikologische Unbedenklichkeit sowie Funktionsfähigkeit bescheinigen, werden sie auf den Markt gebracht. Langjährige positive klinische Erfahrungen mit Vivadent-Materiation zeigen deren hohen Sicherheitsstandard

Um jedoch zu den aktuell diskutierten Themen wie "Östrogene aus Komposits" und "Formaldehydfreisetzung aus Komposits" verantwortungsvoll und mit konkreten Daten Stellung zu nehmen und den ständigen, regelrechte Materialangst erzeugenden Berichten entgegenwirken zu können, hat Vivadent zusätzlich umfangreiche analytische Untersuchungen an den Komposits Hallomolar und Tetric und am Kompomer Compoglass durchgeführt.

Die Untersuchungen und Ergebnisse sind zusammen mit einer Wertung der vorangegangenen Vorwürfe im folgenden dargestellt.

1. Östrogene Wirkung und Krebsgefahr durch Bisphenol A, freigesetzt aus Komposits

Ausgangspunkt

Ausgangspunkt für die o.g. Schlagzeilen war eine spanische Studie aus der Arbeitsgruppe von Prof. Olea, die untersuchte, ob und wieviel Bisphenol A aus kunststoffbeschichteten Konservondosen in die konservierte Nahrung abgegeben wird. In den Dosen wurden zwischen 4 und 23 Mg Bisphenol A gefunden /1/. Danach wurden auch andere mögliche Bisphenol A-Quellen, darunter Zahnfüllungsmaterialien, untersucht.

Aus der seit 1944 bekannten Tatsache, daß Bisphenol A eine gewisse östrogene Wirkung aufweist und in einem unausgehärteten Fissurenversiegler diese Verbindung gefunden wurde, konstruierte die Laienpresse einen Zusammenhang zwischen Krebsgefahr und Versorgung mit Komposites. Diese aus der Olea-Studie gezogene Schlußfolgerung ist jedoch falsch.

Zunächst muß prinzipiell klargestellt werden, daß Östrogene bzw. Verbindungen mit einer östrogenen Wirkung nicht krebserregend sind. Im Gegenteil: Von der Antibabypille, welche östrogene Substanzen enthält, ist bekannt, daß sie hemmend auf bestimmte Krebsarten wirkt. Es sei außerdem erwähnt, daß jeder Mensch körpereigene Östrogene produziert, Frauen in Abhängigkeit vom Menstruationszyklus zwischen 80 und 320 mg /Tag, Männer ca. 20 – 40 mg /Tag /2/.

Fragestellung

Wenden wir uns nun der Frage zu, wie es möglich ist, daß Bisphenol A aus Komposits freigesetzt werden kann.

In Vivadent-Komposits wird Bisphenol A nicht eingesetzt und konnte nach internen Messungen auch nicht als Verunreinigung des Bis-GMA, das mit Basis-Monomer für die Komposits Tetric und Heliomolar dient, gefunden werden.

Um zu überprüfen, ob eventuell aus den polymerisierten Materialien Tetric, Holiomolar und Compoglass durch den Einfluß des Mundmilieus Bis-GMA hydrolytisch zu Bisphenol A gespalten und freigesetzt werden kann, wurden folgende Untereuchungen durchgeführt.

Untersuchung

Aus den Materialien Tetric, Heliomolar und Compoglass wurden jeweils 4 zylindrische Probekörper mit einem Durchmesser von 20 mm und einer Höhe von 5 mm hergestellt, polymerisiert und schließlichdie inhibierte Schicht entfernt. Die Probenabmessungen wurden so gewählt, daß eine möglichst große Oberfläche für die postulierte Reaktion zur Verfügung steht und, falls die Bis-GMA-Hydrolyse abläuft, meßbare Konzentrationen Bisphenol A entstehen können. Zur Simulation des Mundmilieus wurden wässrige Lösungen, die mit Puffersystemen auf ph=4,2 und ph=7,2 eingestellt wurden, hergestellt und die Proben für 72 h bei 37 °C in diese Lösungen gehängt und leicht geschüttelt.

Danach wurden die Lösungen mit hochauflösender Flüssigchromatographie (HPLC) untersucht. Die Nachweisgrenze für Bisphenol A liegt bei dieser Methode bei 0,1 mg/ml Eluent. Es besteht also die Möglichkeit, in einem ml o.g. Lösung die Winzigkeit von 0,1 mg Bisphenol A aufzuspüren. Zur Verdeutlichung: 1 mg entspricht dem millionsten Teil eines Gramms.

Ergebnis

Es konnte in den Elutionslösungen für Heliomolar, Tetric und Compoglass weder im sauren noch im neutralen Milieu Bisphenol A nachgewiesen werden. Diese Ergebnisse decken sich mit den Untersuchungen von Herrn Dr. Spaht, der in seiner 1995 fertiggestellten Dissertation "Analyse Zahnmedizinischer Komposits auf extrahierbare Restmonomere und Additive..." /7/ für u.a. das Komposit Heliomolar ebenfalls kein Bisphenol A finden konnte.

Analogieschlüsse auf die Befestigungskomposits Variolink und Dual-Cement sowie auf die Fissurenversiegter Helioseal und Helioseal F sind aufgrund der den o.g. Komposits sehr ähnlichen Monomerzusammensetzungen zulässig.

Schlußfolgerung

Die vermeintliche Bedrohung durch Bisphenol A ist bei Vivadent-Komposits nicht vorhanden, da keine nachweisbaren Anteile aus den Materialien extrahierbar waren. Eine Hydrolyse von Bis-GMA zu Bisphenol A findet nicht statt.

2. Formaldehydfreisetzung aus Komposits

Die in letzter Zeit häufig wiederkehrende Aussage, Komposits setzen Formaldehyd frei, geht überwiegend auf Arbeiten von H. Oysed und Mitarbeiter zurück, die aus Komposits sehr geringe Konzentrationen von ca 0.15 mg/cm2 und 0,5 mg/cm2 Formaldehyd extrahieren konnten /3/./4/. Um festzustellen, ob und in welchem Maße eine solche Formaldehydfreisetzung aus Komposits tatsächlich stattfindet, wurden wiederum die Komposits Tetric und Heliomolar sowie das Kompomer Compoglass untersucht. Die Probenherstellung und -vorbereitung erfolgte analog zur Bisphenol A-Bestimmung. Es wurden analoge Elutionslösungen verwendet und die Proben ebenfalls 72 h bei 37 °C in diesen Lösungen gelagert. Nach dem Entfernen der Proben wurden die Elutionslösungen mit 2,4-Dinitrophenylhydrazin (DNPH) versetzt. DNPH ist in der Lage, mit Formaldehyd zu reagieren und eine Verbindung zu bilden, die einen quantitativen Nachweis mit HPLC ermöglicht. Dabei können geringste Konzentrationen bis zu einer Nachweisgrenze von 10 ng/cm2 erfaßt werden. Zur Verdeutlichung dieses Wertes: Man stelle sich vor, aus einer Milliarde Menschen 10 bestimmte Personen herauszufinden.

Ergebnis

Für die beiden Komposits und das Kompomer konnte im neutralen Bereich kein Formaldehyd gefunden werden. Im sauren Milieu ergaben sich für alle untersuchten Materialien geringste Konzentrationen von ca. 0,035 mg/cm2.

Schlußfolgerung

Dank der in den Vivadent-Labors zur Verfügung stehenden modernsten Analysentechnik war es möglich, geringste Mengen an Formaldehyd nachzuweisen.

Berücksichtigt man, daß z.B. in einer Scheibe unseres täglichen Nahrungsmittels Brot ca. 185 mg Formaldehyd enthalten, in einer Cola durchschnittlich sogar ca. 2000 m g und in einem Liter Milch ca, 164 mg /5/ Formaldehyd zu finden sind, können die für die Dentalmaterialien ermittelten Werte vernachlässigt worden.

Zusammenfassend läßt sich feststellen, daß die eingangs getroffene Aussage, "bei sachgemäßer Anwendung der Materialien kann ein Gesundheitsrisiko für Patienten praktisch ausgeschlossen werden", durch die hier vorgestellten Untersuchungen unterstützt wird.

Die Aussage von Prof. Staehle im Deutschen Ärzteblatt /6/ kann nur unterstrichen werden: "Es dürfte inzwischen eine nicht zu unterschätzende Anzahl von Patienten geben, die weniger durch die Inhaltsstoffe der Dentalmaterialien sondern vielmehr durch die Angst vor diesen Inhaltsstoffen krank geworden sind".

Im Interesse einer optimalen Versorgung der Patienten ist es dringend erforderlich, die Diskussion zum Für und Wider von Dentalmaterialien von der emotionalen Ebene zurück auf die wissenschaftliche Ebene zu verlagern.Für Vivadent bedeutet

wissenschaftliches verantwortungsbewußtes Herangehen an diese Thematik, daß allen auftretenden toxikologischen Fragen zu den Materialien mit fundierten Untersuchungen nachgegangen wird.

Vivadent Dental GmbH, LA. Dr. Monika Reichenbach, Wissenschaftlicher Dienst, Ellwangen, den 09.02.1996

Gefahren durch Komposit-Füllungen?

"Aus Sicht der Wissenschaft ist es derzeit nicht zu vertreten, den Füllungswerkstoff Amalgam zu verbieten. Die aktuelle Forschung zeigt, dass Ersatzmaterialien, zum Beispiel auf Kunststoffbasis, bei weitem nicht alle Indikationen von Amalgamfüllungen abdecken können. Die biologischen Probleme derartiger Kunststoffmaterialien sind weitestgehend ungeklärt und bedürfen deshalb intensiver bio-medizinischer Forschung." Mit diesen Worten wandte sich zu beginn des Jahres 2006 der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK), Prof. Dr. Georg Meyer, Universität Greifswald, an die deutschen EU-Parlamentarier, um ein drohendes Amalgamverbot abzuwehren. (DZW 12/2006, S. 2). Kaum ausgesprochen, entbrannte sofort eine Diskussion um die Biokompatibilität von Komposit-Kunststoffen, werden doch schließlich Komposit-Kunststoffe in einer Vielzahl von Fällen verwendet. Zum Beispiel als Füllungsmaterialien, Stumpfaufbauwerkstoffe, Fissurenversiegler und Befestigungsmaterial. Hinzu kommen außerdem Hilfsmittel, wie Säuren und Dentinadhäsive, die die Haftung zwischen Kunststoff und Zahn verbessern sollen.

Da Komposit-Kunststoffe eine Reihe von Substanzen enthalten, die als Allergene angesehen werden, besteht prinzipiell die Möglichkeit von allergischen Reaktionen. Von besonderer Bedeutung sind hierbei die Monomere Triethylenglykoldimethacrylat (TEGDMA) und Hydroxypropylmethacrylat (HEMA). Dies betrifft jedoch hauptsächlich Personen, die aufgrund ihrer beruflichen Tätigkeit häufig mit diesen Stoffen in Berührung kommen, zum Beispiel Zahnärzte und Zahntechniker. So zeigte eine Umfrage bei 2208 dänischen Zahnärzten, dass bei 0,7 Prozent der Zahnärzte Kontaktekzeme durch methacrylathaltige Materialien nachgewiesen werden konnten. Die Gesamtzahl wird aufgrund der von den Zahnärzten angegebenen Symptome auf etwa zwei Prozent geschätzt (Munksgaard, E. C. et al. Self-reported occupational dermatological reactions among Danish Dentists. Eur J Oral Sci 104, 396-402), wobei andere Autoren von höheren Werten ausgehen.

„Diese Ergebnisse machen deutlich, dass Komposit-Kunststoffe (mit Dentinadhäsiven) eine hohe allergene Potenz besitzen. Auch bei Patienten wurden kontaktallergische Reaktionen in Zusammenhang mit Komposit-Kunststoffen beschrieben.“ (Schmalz, G. et al.: Biokompatibilität von Kompositen. Zahnärztliche Mitteilungen (96) 2006, S. 34-42). Schmalz empfiehlt daher, Patienten mit dem klinisch begründeten Verdacht einer Allergie durch einen Patch-Test auf eventuelle Allergien gegen Komposit-Kunststoffe zu testen. Eine vorbeugende Allergie-Testung wird jedoch abgelehnt, da es durch den Test zu einer Sensibilisierung einer bislang nicht sensibilisierten Person kommen kann.

Aus derzeitiger Sicht gibt es somit keine Grundlage, die gegen eine Verwendung von Kompositen (Ausnahme: nachgewiesene Allergien gegen Komposit-Bestandteile) sprechen. Es ist aber Prof. H. J. Staehle, Universität Heidelberg, zuzustimmen, der bei Kompositen „aus wissenschaftlicher Sicht nach wie vor ein hohes Weiterentwicklungspotential bezüglich der Biokompatibilität sieht (Staehle, H. J.: Keine Angst vor zahnärztlichen Materialien. Zahnärztliche Mitteilungen (96) 2006, S. 212-213). Ähnlich äußert sich Prof. Georg Meyer, Greifswald, der in der Zeitschrift  "ZWR - Das Deutsche Zahnärzteblatt" (3/2006, S. 68) vor einer aufkommenden Kunststoffangst warnt, gleichwohl aber Forschungsbedarf sieht: "Ganz offensichtlich besteht (...) wissenschaftlicher Handlungsbedarf: antibakterielle Eigenschaften (zahn-)medizinischer Materialien müssen hinterfragt und ggf. verbessert werden; (...); das allergisierende Potenzial von Kompositen muss minimiert werden. (...) International publizierte Studien, die eine geringere Fruchtbarkeit (Fertilität) bei Mäusen fanden, denen Bestandteile von Kompositfüllungen mit der Nahrung verabreicht wurden, sollten hinsichtlich ernsthafter ableitbarer klinischer Konsequenzen überprüft werden."

Nach dem derzeitigem Stand der Wissenschaft ist es also verfrüht, bei Kompositen als eine verträglichere Amalgamalternative zu bezeichnen. Eine Zunahme der Allergien gegen diese Kunststoffe durch die Verdrängung des Amalgams ist zu erwarten (Brehler et al. 1993).


Zahnschmerzen und Aufbissempfindlichkeit nach Legen der Komposit-Füllung

Patienten berichten immer wieder über Schmerzen beim Beißen harter Speisen (Aufbissempfindlichkeit) nach dem Legen von Komposit-Füllungen. So finden sich in einem Internet-Forum alleine 26 Einträge (Stand: 01.06.2007) zu Schmerzen, die nach dem Füllen von Zähnen mit Komposit-Material auftraten. Ähnliche Angaben finden sich bei Schmalz und Arenholt-Bindslev (2005), die ebenfalls über Beschwerden nach dem Legen von Kunststoff-Füllungen berichten. Bei der Untersuchung sind die Zähne röntgenologisch einwandfrei, reagieren normal auf Kältereize und zeigen keine Klopfempfindlichkeit (Perkussionsempfindlichkeit). Während Druck auf den Zahn nicht schmerzhaft ist, führt Druck auf die neue Zahnfüllung zu Schmerzen. Diese Beschwerden sind nicht abhängig von der Füllungsgröße. Häufig gehen sie nach einigen Tagen zurück. In einer nicht unbeträchtlichen Zahl - bis zu fünf Prozent der gelegten Füllungen - sind sie Grund für eine Erneuerung der Füllung (Schmalz et al. 2006).

Diese Schmerzen können eine Begleiterscheinung der Säureätztechnik sein, zum Beispiel durch zu lange Ätz-Zeiten (Frankenberger 2006), die zu einer Aufbissempfindlichkeit des betreffenden Zahnes und einer nachfolgenden Entzündung des Zahnners (Pulpa) führen. Es kommt zu einer Kälteempfindlichkeit. Die Schmerzen scheinen seltener aufzutreten, wenn unter die Kunststoff-Füllung eine Unterfüllung gelegt wird, und man nach dem Absprühen des Ätzgels und Trocknen des Zahns mit einem Pinsel etwas Wasser in das Dentin einmassiert (dens 2/2002, DGZMK Stellungnahme 10/1998).

Literatur:
Al-Hiyasat, A.S., Darmani, H., Elbetieha, A. M.: Leached components from dental composites and their effects on fertility of female mice. Eur J Oral Sci 112 (3): 267-272. (Zusammenfassung, englisch).
Brehler, R., Panzer, B., Forck, G., Bertram, H. P.: Quecksilbersensibilisierung bei Amalgamfüllungen. DMW 118 (13): 451-456.
dens 2/2002: Komposite: Ästhetisch ansprechend - Initiative Praxiserfolg 200X. (Volltext)Frankenberger, R.: Bonding 2006 - Zeitersparnis versus Langzeiterfolg. Quintessenz 2006 (5): 485-495. (Zusammenfassung).
Heidemann, D.: Amalgamfreie Füllungstherapie. Urban & Fischer, München (2001): 76-79.
Keller, G., Willershausen, B., Ernst, C. P., Vrana, S.: Überprüfung von drei Komposit-Materialien auf ihren extrahierbaren Restmonomergehalt mittels HPCL-Methode. Acta Med Dent Helv 1999 (4): 68-74. (Volltext).
Schmalz, G., Geurtsen, W., Arenholt-Bindslev, D.: Die Biokompatibilität von Komposit-Kunststoffen. Zahnärztl. Mitteilungen 2006 (3): 34-42. (Volltext).
Schmalz, G.: Komposit-Kunststoffe. In: Schmalz, G., Arenholt-Bindslev, D.: Biokompatibilität zahnärztlicher Werkstoffe. Urban & Fischer, München (2005): 116-117.
Wiegand, A., Caspar, C., Becker, K., Werner, C., Attin, Th.: In-vitro-Untersuchung zur Zytotoxizität von Self-Etch-Adhäsivsystemen. Schweiz. Monatschr. Zahnmed. 2006 (6): 614-621. (Volltext).

Stellungnahme der Vivadent Dental GmbH zum Thema TEGDMA-Freisetzung aus Komposits

In den letzten Tagen wurden erneut in sehr vielen Tageszeitungen Deutschlands pauschale Vorwürfe bezüglich der Toxizität von Komposits erhoben. Die Diskussion um das in Dentalmaterialien verwendete Monomer Bis-GMA liegt noch nicht allzu lange zurück, schon ist ein weiteres mit langjährigen Erfahrungen in Komposits eingesetztes Monomer, TEGDMA, Gegenstand massiver Vorwürfe.

Die Tagespresse hat unter Überschriften wie:

"Durch Kunststoffe Zellgifte an Zähnen" Neue Osnabrücker Zeitung 25.05.96

"Auch Ersatz von Amalgam ist hochgiftig" Die Welt am Sonntag Nr. 2 1, S. 105

"Freigesetze Zellgifte entzünden den Zahnnerv" Schwäbische Zeitung vom 25.05.96

die Angst der Patienten vor einer restaurativen Versorgung der Zähne erneut geschürt.

Prinzipiell ist zu den Befürchtungen, durch Komposits Gesundheitsschäden zu erleiden, aus Sicht der Vivadent Dental GmbH folgendes zu sagen:

Generell werden alle Vivadent-Materialien vor ihrem klinischen Einsatz sehr strengen toxikologischen Prüfungen gemäß EN 30993-1 unterzogen. Dabei handelt es sich u. a. um Tests auf Zytotoxizität, Sensibilisierung, subchronische Toxizität und Mutagenität. Diesen Untersuchungen schließen sich klinisch kontrollierte Prüfungen nach EN 540 unter Überwachung durch eine Ethikkommission an. Erst nachdem all diese Daten vorliegen und den Produkten toxikologische Unbedenklichkeit sowie Funktionsfähigkeit bescheinigen, werden sie auf den Markt gebracht. Langjährige positive klinische Erfahrungen mit Vivadent-Materialien zeigen deren hohen Sicherheitsstandard.

Die Tatsache, daß aus Komposits Restmonomere austreten, ist seit langem bekannt. Bei einer guten Lichthärtung der Komposits nach Herstellerangaben sind nur noch sehr wenige Restmonemere (viel weniger als ein Tausendstel Gramm pro Füllung) vorhanden. Die angeführten Untersuchungen der Komposits vor Markteinführung berücksichtigen auch das eventuelle toxische Potential dieser Restmonomeren.

Die Vivadent- Materialien, die TEGDMA enthalten (z.B. Compoglass, Tetric, Variolink) erwiesen sich in den durchgeführten Zytotoxitzitätstest als nicht zelltoxisch.

Die aktuellen Vorwürfe, Komposits können durch eine starke Freisetzung des Monomers TEGDMA die Pulpa schädigen, beruhen auf einer großteils falschen, unwissenschaftlichen Interpretation der im Institut für organische Chemie der Universität zu Köln von Herrn Dr. Spahl angefertigten Dissertation.

Bei dieser sehr interessanten und fundierten Arbeit, die Vivadent vollständig vorliegt, handelt es sich ausschließlich um chemisch-analytische Messungen, Es wurden keinerlei In vivoUntersuchungen durchgeführt.

Zielstellung von Herrn Dr. Spahl war es, Komposits bezüglich extrahierbarer Restmonomere und Additive qualitativ und quantitativ zu untersuchen. Daraus sollten dann Rückschlüsse auf das unterschiedliche Polymerisations- und Extraktionsverhalten der nachgewiesenen Substanzen gezogen werden.

Im Ergebnis dieser Untersuchung zeigte sich, daß die verschiedenen in Komposits verwendeten Monomere nach der Polymerisation in unterschiedlichem Maße aus den einzelnen Produkten herauslösbar und nachweisbar waren,

Dabei sind relativ kleine und damit bewegliche Vernetzermonomere, wie z.B. TEGDMA besser extrahierbar als große, sperrige Monomere, wie z.B. Bis-GMA oder UEDMA. Die Konzentrationen an herauslösbaren Restmonomeren wurden schließlich mit aus der Literatur bekannten ED 50 -Daten in Beziehung gesetzt (ED 50 = Effektive Dosis für 50 %igen Zelltod). Für das Monomer TEGDMA wurde bei einigen untersuchten Produkten eine Überschreitung des ED 50-Wertes für Pulpazellen gefunden.

Die angegebenen ED 50-Werte werden im In vitro-Experiment an kultivierten Säugetierzellen bestimmt. Aus solchen In vitro-Untersuchungen an Zellkulturen lassen sich nur sehr bedingt Rückschlüsse auf das tatsächliche klinische Verhalten von Materialien ziehen.

In diesen Tests kann nicht berücksichtigt werden, daß die Pulpa ein sehr gut durchblutetes Organ ist. Auch wenn Stoffe, die zelltoxisch oder reizend sind, in Kontakt mit der Pulpa kommen, führt die gute Durchblutung in der Regel zu einer Regeneration der Pulpa. Dies wurde mehrfach in histologischen Untersuchungen nachgewiesen. Die toxischen bzw. reizenden Stoffe werden dabei nicht in der Pulpa akkumuliert, sondern stark verdünnt und schließlich ausgeschwemmt.

Aus dem Vergleich zwischen den Ergebnissen der Restmonomerbestimmung und den ED 50Werten für TEGDMA stellte Herr Dr. Spahl die Überlegung an, daß Zitat: "negative Folgen für den Zahnnerv nicht auszuschließen sind".

Es wurden jedoch keine solchen, wie in der Presse verbreiteten Aussagen getroffen, wie z.B. Zitat Neue Osnabrücker Zeitung vorn 25.5.96: "Es entstehen dann Entzündungen, die direkt durch TEGDMA verursacht sind." Solche Aussagen sind aufgrund einer rein chemisch-analytischen Untersuchung auch nicht möglich.

Die in den verschiedenen Zeitungen genannten angeblichen Empfehlungen von Herrn Dr. Spahl an Zahnärzte und Patienten, sich genau nach den Zusammensetzungen der Komposits zu erkundigen und TEGDMA-haltige Produkte zu meiden, ist an keiner Stelle der Arbeit zu finden.

Eine solche Empfehlung ist auch nicht sinnvoll, da wie beschrieben, die ermittelten Labordaten nicht unbedingt mit dem klinischen Verhalten der Materialien korrelieren. Für die Biokompatibilität eines Materials ist es außerdem nicht entscheidend, welche Komponenten eingesetzt werden, sondern in welchem Maße sie aus dem ausgehärteten Material extrahiert werden können.

Aus der Dissertation von Herrn Dr. Spahl geht deutlich hervor, daß alleine aus der Monomerzusammensetzung der Komposits nicht auf die Restmonomergehalte bzw. speziell auf die Gehalte an freigesetztem TEGDMA zu schließen ist.

Die Konzentrationen an nicht polymerisierten Monomeren sind u. a. abhängig von Art und Konzentration der eingesetzten Initiatoren, von den Kopolimerisationsparametern der verwendeten Monomere, von eventuellen polymerisationsinhibierenden Effekten durch anorganische Füllstoffe etc. So wurde in der Arbeit von Herrn Dr. Spahl festgestellt, daß hohe Initiatorkonzentrationen zu geringeren Restmonomergehalten führen, so daß auch manche Komposits mit hohen TEGDMA-Anteilen nur sehr geringe Mengen an Rest-TEGDMA freisetzen.

Wesentlichen Einfluß auf die Konzentration an nicht polymeristerten Monomeren hat insbesondere die Lichthärtung der Materialien. Durch ausreichende Belichtungszeiten, adäquate Kompositschichtdicken sowie den Einsatz optimal funktionierender Lichtgeräte wird die Möglichkeit der Restmonomerfreisetzung stark minimiert.

Zusammenfassend läßt sich feststellen, daß bei sachgemäßer Anwendung von Kompositmaterialien nach den bisherigen hauseigenen Erfahrungen mit Vivadent- Produkten bzw. nach den aus der Literatur bekannten Daten kein unakzeptables Risiko bei der Verwendung TEGDMA-haltiger Komposits besteht.

Zur sachgemäßen Anwendung der Komposits gehört dabei ebenfalls die Verwendung von Adhäsivsystemen, um Randundichtigkeiten der Füllungen zu vermeiden sowie der allseits bekannte und in den Gebrauchsinformationen der Vivadent-Komposits stets erwähnte Einsatz von Unterfüllungen in sehr tiefen Kavitäten.

VIVADENT DENTAL GmBH, i.A. : Dr.Monika Reichenbach, Wissenschaftlicher Dienst, Ellwangen, 11. Juni 1996

Master of Science

Was unterscheidet den Master of Science (MSc) in der Medizin und in der Zahnmedizin von einem Behandler ohne diesen Titel?

Im Gegensatz zu den Bachelor- und Masterstudienabschlüssen, wie sie zur Zeit an den Universitäten angeboten werden, kann man den MSc in der Medizin und Zahnmedizin von der Systematik am ehesten mit dem Meistertitel im Handwerk vergleichen.

Auch ein Handwerkermeister muss nach dem Abschluss seiner Berufsausbildung einige Jahre in seinem Beruf gearbeitet haben und Berufserfahrung gesammelt haben, bevor er sich auf der Meisterschule für eine mehrjährige Fortbildung zum Meister mit der abschließenden praktischen (Meisterstück) und theoretischen Meisterprüfung anmelden kann.
Erst nach erfolgreich abgeschlossener Meisterprüfung darf er den Titel Meister tragen.

Der Master of Science für Ästhetisch – Rekonstruktive Zahnmedizin bzw. Oral Surgery/ Implantology (und auch für alle anderen medizinischen und zahnmedizinischen Fachrichtungen) basiert ebenfalls auf einem 2½ jährigen postgradualen Studium und einigen Jahren praktischer Berufserfahrung.
In diesem Studium müssen die Teilnehmer eine vorgegebene Anzahl von schwierigen Patientenfällen praktisch lösen und dokumentieren. In 1000 Stunden theoretischem Unterricht mit anerkannten nationalen und internationalen Referenten werden die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse, basierend auf fundierten Langzeiterfahrungen, gelehrt, aber auch bereits erworbenes Wissen abgefragt und gefestigt. Regelmäßige schriftliche Prüfungen dienen zur Kontrolle des Lernerfolgs und fließen zum Abschluss in die Bewertung ein.
Außerdem muss noch eine schriftliche Arbeit (Masterthese) angefertigt werden, vergleichbar mit der Doktorarbeit bei der deutschen Promotion.
Wenn man zum Ende dieses postgradualen Studiums alle Anforderungen erfolgreich beendet hat, wird man zur schriftlichen und theoretischen Prüfung zugelassen und erst nach Bestehen dieser Prüfung darf man den Titel MSc tragen.

Im Gegensatz zum deutschen Doktortitel ist der MSc international anerkannt, da die Regeln für den Erwerb des MSc genormt und weltweit gleich sind.
Aufgrund dieses 2 ½- jährigen postgradualen Zusatzstudiums gehören wir als Master of Science zu einer kleinen Gruppe von international anerkannten Spezialisten, deren Wissen und deren Erfahrung in allen Bereichen der Zahnmedizin weit über die Grenzen hinaus bekannt ist.

Frequently asked questions - Bitte klicken Sie auf die "Links" zu den für Sie relevanten Artikeln, damit Sie sich schon vor dem ersten Termin eigene Gedanken machen können und wir dann die gemeinsame Zeit effektiver nutzen können.
 
 
Piezochirurgie - Unser neues Highlight bei Weisheitszahnentfernung etc.
Was ist das Ziel einer Wurzelfüllung? - Sind tote Zähne Krankheitsherde?
Müssen Weisheitszähne unbedingt bei jedem Patienten entfernt werden?

Zahnärztlicher Notdienst für den Bereich Darmstadt  Tel.: 01805-607011

Der zahnärztliche Bereitschaftsdienst wird außerhalb der normalen Praxis-Öffnungszeiten der Zahnärzte geleistet. Nachts, am Wochenende und an allen Feiertagen.

Festnetzpreis 14 ct/min; höchstens 42 ct/min aus Mobilfunknetzen